Kurfürstin Amalia Grundschule

Geschichte


Wie die Schule zu ihrem Namen kam
Die Schule in Lohrbach wurde auf Grund der ähnlich klingenden Namen häufig mit der Lohrtalschule in Mosbach verwechselt.
Außerdem klingt "Grundschule Lohrbach" nicht eben spannend, obwohl hier viele interessante Dinge passieren.

Die Schulleiterin, Frau Diedrich, machte sich deshalb auf die Suche nach einem Namenspatron oder einer Namensgeberin und wurde direkt vor Ort fündig:
von 1577 bis 1596 lebte die Kurfürstin Amalia (1539 - 1602) im Wasserschloss in Lohrbach.
Amalia wurde 1539 in Alpen geboren. Mit 18 Jahren heiratete sie Heinrich von Brederode. In zweiter Ehe war sie mit Kurfürst Friedrich III. verheiratet.
Nachdem Kurfürst Friedrich III. gestorben war, siedelte Kurfürstin Amalia im Jahr 1577 von Heidelberg nach Lohrbach über.
Dort begann ihr Wirken, das sie in den Augen der Schulleiterin und des Lehrerkollegiums zu einer würdigen Patronin für eine Grundschule erscheinen ließ.

Schon nach einem ihrer ersten Rundgänge durch das Schloss ließ sie sich eine Liste der im Dicken Turm Inhaftierten geben und fragte nach dem Grund ihrer Bestrafung.
Zum Beispiel saß dort ein junger Familienvater im Kerker, der wiederholt gewildert hatte. Sie erfuhr von ihm, dass er keine regelmäßige Arbeit habe.
Um den Hunger von seinen 5 Kindern abzuwenden, habe er sich keinen anderen Rat gewusst, als im Wald Rehe zu erbeuten.
Amalia sagte ihm, dass er zurecht bestraft worden sei, bot ihm aber gleichzeitig an, für sie zu arbeiten.
Als er zusagte, ließ sie ihn aus dem Kerker frei und beladen mit Lebensmitteln nach Hause gehen.
Ebenso verschaffte sie ihm eine Arbeit beim Forstknecht. Durch ihn erfuhr Amalia auch von anderen in auswegloser Lage.
Auch ihnen ließ sie helfen und bewahrte sie so vor weiteren Vergehen. So brachte sie es fertig, dass der Turm zu ihrer Zeit leer blieb.
Amalia unterrichtete auch junge Damen von Stand in höfischer Sitte. Vorbild für junge Schülerinnen und Schüler ist ihr gütiges Wesen.
Ihr Leben und Handeln entsprachen ihrem Glauben und ihren Worten, weshalb die Dorfbewohner sie sehr achteten.

Amalia verließ das Lohrbacher Wasserschloss, als Ende der 1590er Jahre die Pest dort wütete.
Sie starb 1602 in der Nähe ihrer Geburtsstadt.


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